Aus unseren Jahresversammlungen ...
21. November 2009: "Mehr Gedanken machen über die Zukunft"
Neuwahlen und ausgedehnte Diskussionen über das zentrale Verpflegungssystem „Cook & Chill“ –
künftig fehlt der „Touch des Ordens“
Vorsitzender Ferdinand Boberach listete akribisch alle Investitionen des Berichtsjahres auf: 31444 Euro waren es insgesamt. Davon wurden alleine aus Mitgliedsbeiträgen 18500 Euro bestritten, der Rest kommt aus vielen kleinen und großen Spenden. Wie von den VfL-Ausdauersportlern, der Mitarbeitern der Karwendel-Werke oder aus Bilderspenden der Malerin Renate Löhr.
Nicht eingerechnet sind die vielen Arbeitsleistungen aus der Bevölkerung, wenn es um die Pflege der Außenanlagen geht oder die Sanierung der Parkbänke. Und die Stadt Buchloe renovierte die Krankenhaus-Außenmauer. Die Gesamtinvestitionen des Fördervereins belaufen sich mittlerweile auf 210100 Euro. Auch die Mitgliederzahl ist nach einer aufwändigen Flyer-Aktion sprunghaft angestiegen. Um 161 auf nunmehr fast 1500 Mitglieder. Nicht zuletzt mit tatkräftiger Unterstützung der Buchloer Apotheken.
Und der Förderverein „vergisst seine Mitglieder nicht“, sagte Boberach und sei es nur in Form von Glückwünschen zu besonderen Anlässen.
Besondere Beachtung fand der Vortrag des Küchenverwalters Jürgen Rauscher zum zentralen Kochsystem „Cook & Chill“ in Kaufbeuren, über das auch das Buchloer Haus bedient wird. Darüber, dass „wirklich frisch gekocht“ wird und nicht nur Eimer angerührt werden, Soßen noch mit Knochen und Kartoffelbrei aus heimischen Kartoffeln hergestellt werden.
Trotz aller Bemühungen, den Vorteil dieses „Koch- und Kühl“-Systems herauszustellen, hagelte es Beschwerden: Kalte Semmel, die „kranke Leute nicht essen können“, zu hartes Gemüse speziell für Ältere oder eingetrocknete Soßen. Das Fatale daran war, dass die Aussagen überwiegend vom Pflegepersonal kamen. Fragen nach der Sinnhaftigkeit des Systems aus ökologischer Sicht und danach, wo „die Einsparung ist“, blieben unbeantwortet.
Aber letztlich ist es müßig, über ein System zu diskutieren, das ohnehin nicht mehr rückgängig zu machen ist. Und das redliche Bemühen der Verantwortlichen um Optimierung war durchaus erkennbar. Was Boberach zur Bemerkung veranlasste, dass das Anspruchsdenken zu groß geworden sei. Man solle sich mehr Gedanken machen um die Zukunft des Hauses, denn mit „Essen“ bringe man die „Leute nicht hierher“. Ein Krankenhaus sei weder Hotel noch Pflegeheim. Mit dem vermehrten altersbedingten Ausscheiden der Konvent-Schwestern würde auch künftig der vieles ausgleichende „Touch des Ordens“ fehlen, bedauerte Boberach.
Eine Einschätzung, die auch Bürgermeister Josef Schweinberger teilte. Es seien die ärztlichen und pflegerischen Leistungen in einem Haus, in dem „mit Herz und Liebe“ gearbeitet werde.
Diese Qualität werde von der eigenen Bevölkerung und „unseren Nachbarn“ hoch geschätzt.
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22. November 2008:
„Eine Perle im Collier dieses Unternehmens“
Buchloer Krankenhausförderverein sammelt so viele Spenden wie noch nie – alle fünf Standorte des Klinik-Verbundes bleiben erhalten

Stolz auf die Leistungen des Fördervereins in der Vergangenheit und zuversichtlich in die Zukunft des Buchloer Krankenhauses wurde bei der Mitgliederversammlung der Vereinigung geblickt. Unser Bild zeigt: (von links) Stellvertretenden Vorsitzender Alois Schmalholz, Pflegedienstleiterin Schwester Lucita Berchtenbreiter, Vorsitzenden Ferdinand Boberach, Ärztlichen Direktor Dr. Ambros Ablasser, Richard Nägele (Beisitzer), stellvertretende Bürgermeisterin Irmgard Ablasser, Ingo Gilli (Gönner des Vereins aus der Schweiz) und den Vorstandsvorsitzenden der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren, Karl Spindler.
Foto: Johann Seibold
„Nicht kleckern, sondern klotzen“ ist das Motto des Fördervereinsvorsitzenden Ferdinand Boberach, das er immer wieder von sich gibt. Bei der außergewöhnlich gut besuchten Mitgliederversammlung im Kolpinghaus untermauerte Boberach das erfolgreiche Wirken des Vereins mit Zahlen. Die Mitgliederzahl sei seit der letzten Versammlung um 62 auf nunmehr 1329 gestiegen. Das Investitionsvolumen 2008 habe 50045 Euro betragen, was einer Steigerung um 14000 Euro im Vergleich zum Vorjahr entspreche. Insgesamt seien in den letzten fünf Jahren Investitionen für das Haus St. Josef im Wert von 178655 Euro getätigt worden.
Symbolisch wurden während der Versammlung vier weitere Krankenhausbetten und ein elektrisch gesteuerten Gehwagen übergeben.
Die Spenden kommen laut Boberach „aus Dankbarkeit für ärztliches und pflegerisches Bemühen des Hauses“ und vor allem würden „uns die Spender vertrauen“. Boberach versicherte, dass alle Anschaffungen im Buchloer Haus verbleiben, auch wenn sie rechtlich gesehen dem Klinikzweckverband gehörten.
Man habe zudem das Vertrauen der Ärzte, des Pflegepersonals, der Verwaltung und vieler Patienten erwerben können. Für viele sei man „der Garant“ für das Fortbestehen des Hauses. Eine Erwartungshaltung, die man wohl wahrnehmen, aber realistisch gesehen nicht erfüllen könne.
Die stellvertretende Bürgermeisterin Irmgard Ablasser bedankte sich im Namen der Stadt für das Wirken des Vereins, der ein „Musterbeispiel eines Fördervereins“ sei. Sie dankte auch allen, die „in dieser Einrichtung arbeiten“ und mithelfen, den guten Ruf des Hauses zu erhalten.
Der Interims-Vorstandsvorsitzende der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren, Karl Spindler, war auf Einladung des Vereins eigens aus Stuttgart angereist und opferte sein freies Wochenende. Boberach nannte Spindler den „richtigen Mann in dieser schwierigen Zeit“, mit dem man „reden könne“. Zur neuen, von Spindler erarbeiteten Verwaltungsstruktur stehe der Verein und man sei froh, dass jetzt alle Häuser nach gleichen Kriterien arbeiten müssten. Die Vorstandschaft habe ferner beschlossen, dass man sich nie an Herauslösungsbestrebungen des Buchloer Hauses aus dem Klinikverbund beteiligen werde.
Spindler selbst vermittelte bei der Präsentation seiner Visionen außerordentliche Offenheit, auch bezüglich der „Fehler der Vergangenheit“. Die Kernaussage für die Buchloer Bürger war wohl die, dass „die fünf Standorte alle erhalten werden können“. Die Schließung eines Hauses sei weder „der politische Wille“ noch wirtschaftlich erforderlich. Die wohnortnahe Versorgung sei ein Wert für sich. Auch zahlreiche Komplimente wie „Buchloe macht das richtig“ oder „Perle im Collier dieses Unternehmens“ nahmen viele Ängste bei den Zuhörern.
Immerhin ist Buchloe nicht an den desaströsen Verlusten in Höhe von 8 Millionen Euro des Jahres 2008 beteiligt, im Gegenteil. St. Josef weist ein Plus von 60000 Euro aus, wie einer Folie zu entnehmen war.
Ein Erfolgsgeheimnis des Buchloer Hauses sah Spindler in der „Verankerung in der Bevölkerung“, der Treue, die dem Krankenhaus entgegengebracht werde.
Dennoch wird der Weg von „den Verlusten aus Tradition“ hin zum profitablen Gesamtunternehmen mit fünf Standorten steinig werden, daran ließ Spindler keinen Zweifel. Das Personal halten und mehr leisten, sprich die Fallzahlen steigern und die Ressourcen besser auslasten, waren die Kerngedanken. Und er wagte eine „kühne“ Prognose. Eine Umsatzrendite von 5% sei bereits in etwa sechs Jahren zu erreichen.