Der Förderverein für das Krankenhaus St. Josef lädt Sie zur Mitarbeit beim "Grünen Dienst" ein

 

Was versteht man unter „Grüner Dienst“?

Der „Grüne Dienst“, das sind Laien, die ehrenamtlich, unabhängig und in eigener Verantwortung persönliche Wünsche von Patienten und älteren Menschen erfüllen. Ihr Anliegen ist es, sich Zeit zu nehmen für Gespräche, zum Zuhören und zur Erledigung kleiner Besorgungen und Hilfeleistungen. Sie tun also Dinge, zu denen die Hauptamtlichen in den Einrichtungen nicht immer die nötige Ruhe haben. Dabei ist der „Grüne Dienst“ stets darum bemüht, in gutem Verhältnis zu den Fachleuten im Krankenhaus tätig zu sein und die Kooperation zu suchen.

Zeit verschenken

 

Bei unserem „Grünen Dienst“, machen Menschen mit, die den physischen und psychischen Belastungen gewachsen sind, um Kranken und Hilflosen in Krisenzeiten ihres Lebens Zuwendung zu schenken. Das Kapital dieser Helferinnen und Helfer ist ihre Zeit, die sie verschenken

 

Der „Grüne Dienst“ soll zu einem Qualitätsmerkmal

unseres Hauses werden

 

Die Krankenhaus-Hilfe in St. Josef ist eine ehrenamtliche. Sie ist Hilfe von Mensch zu Mensch und unterstützt und ergänzt die ärztlichen, pflegerischen und therapeutischen Bemühungen um den ganzen Menschen. In jedem Fall ist der Dienst Laienhilfe.

Neben der medizinischen und pflegerischen Behandlung durch das hauptamtliche Personal brauchen viele Patienten – vor allem allein stehende, ortsfremde und ältere – persönliche Zuwendung oder Gesprächspartner, die Zeit haben zum Zuhören. Auch gibt es manche Wünsche, die Patienten und ältere Menschen gern erfüllt hätten, mit denen sie aber die Fachkräfte nicht belasten möchten. Der „Grüner Dienst“ des Krankenhauses St. Josef sieht seine Aufgabe darin, durch mitmenschliche Nähe und Aufmerksamkeit für die Sorgen und Nöte kranker und älterer Menschen auf deren ganz persönliche Bedürfnisse einzugehen und damit zu ihrem Wohlbefinden beizutragen.

Wegen der grün gestreiften Kittel, die die Mitarbeitenden tragen, werden sie auch „Grüner Dienst“ genannt

 

Warum „Grüner Dienst“ in den Krankenhäusern
gebraucht wird?

 

Kranksein und Gesundsein – beides gehört zum Leben. Dennoch erfahren Menschen ihr Kranksein als etwas, das sie aus dem normalen Leben ausschließt. In besonderer Weise gilt dies für einen Aufenthalt im Krankenhaus. Die veränderte Umgebung und Lebensweise, die Distanz zur Familie und die fehlenden Kontakte in Beruf und Alltag kommen zur Krankheit hinzu und müssen bewältigt werden. Die Welt draußen geht weiter, die Patienten aber sind (häufig) an das Bett gebunden und haben sich in den veränderten Lebensrhythmus im Krankenhaus einzufügen. Besucher können eine Brücke schlagen zwischen Patienten und den ihnen vertrauten Bereichen des täglichen Lebens. Doch wie ergeht es ihnen zwischen den Besuchen oder wenn überhaupt niemand zu ihnen kommt?

Kranksein bedeutet, nicht mehr leistungsfähig zu sein, nicht mehr der Norm der Leistungsgesellschaft zu entsprechen. Die Frage nach dem Sinn der Krankheit stellt sich, und der Gedanke an den Tod kann nicht mehr verdrängt werden, wenn es sich um eine schwere Erkrankung handelt. Auch die alltäglichen Sorgen, Fragen und Probleme bedrängen die Patienten.

Zum Gesundwerden ist es wichtig, dass die Behandlung nicht nur medizinisch-pflegerisch ausgerichtet ist, sondern dass sie auch die persönliche, familiäre und soziale Situation mit einbezieht. Diese Überzeugung teilen alle im Krankenhaus tätigen Fachkräfte. Die großen Kliniken sind für neu ankommende Patienten unübersichtlich und verwirrend. Die weitgehende Spezialisierung bedingt ferner, dass der einzelne Mensch von vielen sich abwechselnden Fachkräften betreut wird. Das kann Unsicherheiten und Ängste auslösen, weil für die Kranken die unterschiedlichen Zuständigkeiten und die Bedeutung der verschiedenen Therapiemethoden undurchschaubar sind. Gesetzgebung und finanzielle Auflagen der Kostenträger zwingen das Krankenhaus zur Rationalisierung, so dass es dem Personal zunehmend erschwert wird, sich neben der notwendigen medizinischen und pflegerischen Behandlung auch um die persönlichen Bedürfnisse der Patienten zu kümmern.

Aus all diesen Gründen werden an vielen Stellen in den Krankenhäusern Menschen gebraucht, die Zeit haben, die zuhören können, die offen sind für die Nöte der Patienten.

 

 

Aufgaben und Dienste, die unser „Grüner Dienst“
übernehmen könnte:

 

Das Gespräch ...

 

...steht an erster Stelle: zuhören und hinhören, Zeit für Menschen zu haben, ihnen die Möglichkeit zu geben, all das auszusprechen, was sie belastet. Gespräche sollten besonders denen angeboten werden, die keinen Besuch bekommen. Aber auch für Schwerkranke spielt das Gespräch an manchen Tagen eine große Rolle. Die Erfahrung lehrt, dass auch diejenigen, die häufig Familienbesuch bekommen, sich manchmal lieber einem fremden Menschen mitteilen.

 

Die Begleitung ...

 

...ist ebenfalls ein häufig anfallender Dienst: So werden manche Patienten – oder auch deren Angehörige – im Krankenhaus empfangen und ins Zimmer gebracht, andere zu verschiedenen Untersuchungen, zum Gottesdienst oder auf einem Gang über den Flur oder über das Klinikgelände begleitet. Auch Hilfeleistungen bei der Aufnahme und bei der Entlassung sind gefragt.

 

Die Betreuung ...

 

...am Bett kann allein in stiller Anwesenheit bestehen, ebenso im Vorlesen, in der Hilfe beim Telefonieren und Briefe schreiben, bei Kindern vorwiegend im Spielen und Singen und natürlich immer wieder im liebevollen Gespräch.

 

Das Besorgen ...

 

...von kleinen persönlichen Dingen am Kiosk der Klinik oder auch mal außer Haus sind für manche Patienten und ältere Menschen nicht möglich. Wenn Helferinnen hier Zeitungen, Getränke, Briefmarken und dergleichen kaufen, entfällt vielfach das Gefühl, völlig von der Außenwelt abgeschnitten zu sein. In manchen Häusern gibt es auch Verkaufswagen, die über die Stationen fahren. Gerade so ein Wagen kann eine gute Hilfe und eine Brücke zum Gespräch sein.

 

Das Medienangebot ...

 

...ist in den Häusern sehr unterschiedlich. So gibt es Büchereien oder Bücherwagen, die über die Stationen gefahren werden, Bilderdienste zur Verschönerung der Zimmer, Krankenhausradio oder Tonbandausleihe. Während Erwachsene auch fernsehen können, ist das auf Kinderstationen in der Regel nicht erlaubt.

 

Die Unterhaltungs- und Beschäftigungsangebote ...

 

...sollen den Aufenthalt im Krankenhaus abwechslungsreicher gestalten und können auch therapeutisch genutzt werden. So macht es zum Beispiel Freude, gemeinsam zu spielen, zu malen, zu basteln, zu werken oder zu singen.

Der Fantasie, den Fähigkeiten und der sinnvollen Kreativität der Mitarbeitenden des “Grünen Dienstes“ sind keine Grenzen gesetzt. Die Wünsche der Patienten/älteren Menschen sind vielfältig, deshalb können hier natürlich nur Beispiele genannt werden. Die Erfahrung lehrt, dass die Dienste sie von Jahr zu Jahr mehr auffächern.

Wichtig ist, dass die Einsatzleitung stets bemüht ist, jede Helferin und jeden Helfer mit der geeigneten Aufgabe zu betrauen. Jede Gruppe, die schon längere Zeit in einem Haus arbeitet, sollte in regelmäßigen Abständen zusammen mit der Leitung der Einrichtung überlegen, welche Aufgaben von den Ehrenamtlichen zusätzlich übernommen werden können. Je größer eine Gruppe ist, desto verschiedenartiger kann der Dienst gestaltet werden.

Verändert sich die Struktur eines Hauses, so muss natürlich auch darüber nachgedacht werden, ob manche Tätigkeiten nicht eingestellt werden sollten, da einfach kein Bedarf dafür mehr besteht.

 

Warum wir ehrenamtlich arbeiten

 

Die Krankenhaus-Hilfe ist im christlichen Sinne ein Dienst für den Nächsten und damit ein Beitrag zur Humanität in unserer Gesellschaft. Dass die Mitarbeitenden diesen Dienst ohne Bezahlung übernehmen, macht sie unabhängig, frei von beruflichen Zwängen und gibt ihnen Gelegenheit, sich sehr individuell und eigenverantwortlich zu engagieren.

Das Motto: "Wir nehmen uns Zeit, wir setzen uns ein – ehrenamtlich" macht deutlich, dass die Helferinnen und Helfer mitgestalten und sich bewusst einer Herausforderung stellen wollen. Sie sehen in ihrem Tun eine sinnvolle Aufgabe und erfahren Begegnungen mit kranken und alten Menschen als persönlichen Gewinn. Patienten betonen häufig, wie wohltuend es für sie ist, auch von Menschen betreut zu werden, die unabhängig im Krankenhaus arbeiten. Gerade die ehrenamtliche Tätigkeit beeindruckt sie und weckt ihr Vertrauen.

 

Mitarbeiten kann jeder

  • der kontaktfreudig und zur Zusammenarbeit fähig ist,
  • der bereit ist, sich unauffällig und zuverlässig in die Organisation des Krankenhauses St. Josef und in den ehrenamtlichen Dienst einzuordnen,
  • der sich den Aufgaben physisch und psychisch gewachsen fühlt,
  • der sich auf kranke und ältere Menschen einzustellen vermag,
  • der den Dienst regelmäßig tun will.

     

Was wird von den Mitarbeitenden erwartet?

 

Regelmäßigkeit und Zuverlässigkeit im Dienst, pro Woche etwa 2 Stunden Einsatz, Freundlichkeit, Zurückhaltung, Geduld, Verschwiegenheit,

Teilnahme an den Gruppentreffen und Fortbildungsmaßnahmen, Kooperationsbereitschaft in der Gruppe und mit den Hauptamtlichen.

 

 

Freiwillig, aber versichert:
Kostenlos unfall- und haftpflichtversichert

 

Die Versicherung gegen Unfälle im Krankenhaus oder auf dem Weg dorthin und zurück wird von der Bayerischen Gemeinde- und Unfallversicherung wahrgenommen. Ebenso gilt dieser Versicherungsschutz, wenn für den Patienten nach Rücksprache mit dem Krankenhaus Besorgungen außerhalb des Hauses zum Auftrag und Tätigkeitsbereich des„Grünen Dienstes“ gehören. Diese Versicherung ist für Mitarbeitende als ehrenamtlich Tätige kostenlos und wird von dem jeweiligen Krankenhaus beantragt.

Die Haftpflichtversicherung erstreckt sich auf alle Schäden, welche von Helfern, Personen oder Sachen, in der Einrichtung zugefügt werden. Es gehört zu den Obliegenheiten des Krankenhauses, für alle im Betrieb tätigen Personen, auch für die Ehrenamtlichen, eine Versicherung gegen Haftpflichtschäden abzuschließen. Die Haftpflichtversicherung gilt ausschließlich für Schadensfälle in der Einrichtung

 

 

Was man noch wissen sollte!

 

  • Das Projekt „Grüner Dienst“ soll auf alle anderen Häuser des Klinikverbundes Ostallgäu – Kaufbeuren übertragen werden. Unser Verein leistet dabei Pionierarbeit.
  • Jeder Helfer bekommt ein kostenloses Mittagessen.
  • Die Kirchen beider Konfessionen stehen dem Projekt „Grüner Dienst“ positiv gegenüber.
  • Für unsere Helfer übernimmt der Förderverein die Kosten für die Kleidung, für die Werbung und wir sind der Träger des Dienstes.
  • Das Mindestalter der Helferinnen und Helfer beträgt 16 Jahre.
  • Das Pflegepersonal des Hauses steht unserer Idee positiv gegenüber.

 

Sind Sie interessiert, dann wenden Sie sich bitte an:

 

  • Ralf Kratel, Telefon (08241) 504214(08241) 504214
  • Karl-Heinz Behrendt (08241) 6054284(08241) 6054284
  • Alois Schmalholz (08241) 2088(08241) 2088


Die Buchloer Zeitung schrieb am 30.07.2010 ...

Ehrenamt – «Grüner Dienst» soll im Buchloer Krankenhaus in Zukunft die Pflege ergänzen


«Wir nehmen uns Zeit, wir setzen uns ein – ehrenamtlich» ist das Motto, unter dem der «Grüne Dienst» im Buchloer Krankenhaus stehen wird. Der neue Besuchsdienst bestehend aus Freiwilligen und soll voraussichtlich im Oktober oder November starten. «Die Helfer vom "Grünen Dienst", die wöchentlich ca. zwei Stunden im Krankenhaus Patienten besuchen sollen, werden keineswegs die regulären Aufgaben eines Pflegers übernehmen», betont Ralf Kratel, Leiter der Abteilung Pflege. Die Freiwilligen bekämen anfangs eine Schulung, bei der sie unter anderem lernen, wie man Blutdruck misst oder einen Rollstuhl bedient. «Doch die Grenzen, was darf und was nicht, sind klar».

Es gehe vielmehr darum, dass die Helfer das Gespräch mit den Patienten suchen und sie das aussprechen lassen, was sie belastet. Kleine Botengänge zum Kiosk können die Helfer ebenfalls erledigen. Sie können die Kranken zu kleinen Spaziergänge begleiten, ihnen vorlesen oder mit ihnen spielen. Sich einfach Zeit für den Patienten nehmen, für ihn da zu sein, auch zwischen den Besuchen der Familie einen regelmäßigen Ansprechpartner bei sich zu wissen, das sei sehr wichtig, erklärt Kratel.

Wer ein ehrenamtlicher Helfer werden möchte, sollte zuverlässig, geduldig und kontaktfreudig sein sowie gerne mit Menschen arbeiten. Die Mitglieder des «Grünen Dienstes» verpflichten sich außerdem zu Zurückhaltung und Verschwiegenheit. Prinzipiell kann jeder mitmachen. Das Mindestalter ist 16 Jahre. Der «Grüne Dienst» ist in dieser Form einzigartig im Klinikenverbund Ostallgäu-Kaufbeuren und wird in Zusammenarbeit mit dem Förderverein für das Krankenhaus St. Josef Buchloe initiiert.

(aus: Buchloer Zeitung / eli)

Haben Sie Interesse am Grünen Dienst?
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